Hintergründe zum gelben "Signal" Balken und wie man vermeidet, dass dieser vermeintlich fest hängt.

Über den gelben "Signal" Balken (früher "Reward") zeigt Cygnet an, wie viel EEG-Aktivität gerade im sehr langsamen Frequenzbereich (tiefes ILF) gemessen wird. Die Menge an "Signal"-Aktivität wird dann für die einzelnen Animationen mehr oder weniger direkt in Feedback-Parameter umgerechnet (z.B. die Geschwindigkeit der Rakete in InnerTube). Daher wird oft wird angenommen, dass die gelbe Balken-Anzeige Rückschlüsse auf die Effektivität des Neurofeedback-Trainings zulässt, aber dies ist nicht der Fall! Einige Anwender berichten nun, dass sich der gelbe Balken manchmal minutenlang nicht bewegt. Wie kann es dazu kommen?

Die wahrscheinlichste Ursache dafür ist, dass es während einer EEG-Messung (!) zu einem großen Spannungssprung an einer Elektrode, bzw. an einem Elektroden-Eingang am NeuroAmp-Verstärker gekommen ist. Große Spannungssprünge erzeugt zum Beispiel das Hantieren des Therapeuten an den Elektroden, wobei letzteres natürlich unvermeidlich ist, um die Elektroden auf der Kopfhaut anzubringen. Solche Spannungssprünge lassen sich also nicht vermeiden, wohl aber, dass sie während der EEG-Messung auftreten, denn genau das gilt es unbedingt zu vermeiden! Daher sollte eine Session erst gestartet werden, nachdem die Elektroden an ihren Zielpositionen am Kopf angebracht und ihre Impedanzen geprüft und für gut (= grüne LED's) befunden wurden. 

Es gibt jedoch auch noch weitere Quellen für störende elektrische Spannungen, die die Erfassung der sehr langsamen Hirnaktivität stören und zu einem vermeintlich statischem gelben Balken führen: In den ersten Minuten nach dem Anbringen der Elektroden entstehen an den Grenzflächen zwischen Haut, Paste und Elektrode sich verändernde elektrische Spannungen, die sich nur sehr langsam stabilisieren (equilibrieren) und sich bis dahin kaum von EEG-Aktivität im ILF-Bereich unterscheiden lassen.

Das Entstehen solcher Equilibrium-Potentiale lässt sich nie ganz verhindern, aber der Therapeut kann durch einige Maßnahmen erreichen, dass sie möglichst klein ausfallen (s. unten) und er kann zudem die Neurofeedback-Session erst starten, wenn sich diese Potentiale stabilisiert haben. Idealerweise ist daher das Anbringen der Elektroden auf dem Kopf des Klienten der erste Schritt einer jeden NFB-Sitzung. So können sich die Elektroden-Potentiale stabilisieren, während sich Therapeut und Klient besprechen und erst anschließend mit dem NFB-Training starten.

Auch während des NFB-Trainings ist es wichtig, dass möglichst keine Spannungssprünge in die Meßapparatur eingebracht werden, während die EEG-Aufnahme läuft. Sollen also Elektroden umplatziert oder ihre Impedanzen verbessert werden, IMMER erst "Pause" drücken oder die Session sogar komplett stoppen. Mit der Session erst dann fortfahren oder diese erneut starten, wenn alle händischen Operationen an den Elektroden erledigt und die Impedanzen geprüft wurden.

Nun noch ein letzter Tipp zur Verminderung der Equilibrium-Potentiale an den Grenzflächen zwischen Haut, Paste und Elektroden. Damit sich diese Potentiale nicht jedes Mal nach dem Anbringen der Elektroden erneut vollständig einstellen müssen, empfiehlt es sich, immer etwas Paste an den Elektroden zu belassen, nachdem diese am Ende einer Session vom Kopf des Klienten entfernt wurden. 

Aus hygienischen Gründen wischt man dann die vorhandene Paste oberflächlich ab, achtet aber darauf, dass immer etwas Paste in der Mulde des Elektrodenköpfchens verbleibt, bevor man zum (erneuten) Ankleben der Elektrode etwas neue Paste aufträgt. Auf diese Weise bleibt die chemische Umgebung im Bereich der Ag/AgCl-Oberfläche der Elektrode immer unverändert und das dort gebildete Equilibrium-Potential muss sich nicht neu einstellen. Auch zur stundenweisen Aufbewahrung kann man die Paste an den Elektrodenköpfen belassen, nur sollte man dann deren Austrocken verhindern, z.B. indem alle Elektrodenköpfe in Frischhaltefolie eingepackt werden.

 

 

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