Ablauf und Dauer einer Biofeedback-Therapie

Das Erstgespräch

Am Beginn einer Biofeedback-Therapie steht, genauso wie beim Neurofeedback, ein ausführliches Erstgespräch, bei dem der Patient seine Beschwerden schildern kann und der Therapeut mit dem Patienten bespricht, ob und in welcher Weise ein Biofeedback-Training helfen könnte.

Biofeedback-Stresstest

Bei dieser ersten Sitzung könnte mit dem Patienten auch ein Stresstest durchgeführt werden. Die meisten Biofeedback-Geräte haben kurze und lange Stresstestversionen in der Software integriert. Dabei werden verschiedene Körpersignale (z.B. Atmung, Puls, Hautleitwert, Muskelspannung) gemessen, während der Patient über mehrere Minuten hinweg die Anweisung bekommt zu entspannen und dann verschiedenen Stressoren ausgesetzt wird. Eine solche Messung gibt Auskunft darüber, wie der Patient körperlich auf Stress reagiert und wie seine Fähigkeit ist sich wieder von den Stressereignissen zu erholen. Ein solcher Stresstest hilft zu entscheiden, welche Körpersignale für ein Biofeedback-Training gemessen und zurück gemeldet werden können.

Ablauf einer Biofeedback-Sitzung

Biofeedback Handerwärmungstraining

Der Patient nimmt vor dem Patienten-Bildschirm Platz und wird vom Therapeuten mit den entsprechenden Sensoren verkabelt. Das können z.B. ein Pulssensor am Finger, ein Atemgurt um den Bauch, ein Temperatursensor am Finger oder Elektroden zur Messung der Muskelspannung oder des Hautleitwertes sein.

Beim Biofeedback wird, im Gegensatz zum Neurofeedback, häufig mit dem Originalsignal als Linie oder Balken gearbeitet. Das lässt sich vielleicht am leichtesten am Handerwärmungstraining erklären, das oft zur Unterstützung von Entspannungstraining eingesetzt wird:
Der Patient bekommt einen kleinen Temperatursensor am Finger befestigt und sieht am Computerbildschirm eine Linie, die in Echtzeit den Verlauf seiner Fingertemperatur über die Zeit darstellt. Soll der Patient nun lernen seine Handtemperatur willentlich zu erhöhen, dann bekommt er die Aufgabe die Linie auf dem Bildschirm nach oben zu bewegen. Natürlich können mit dem Signal auch Animationen gesteuert werden, z.B. eine Sonne die immer mehr aufgeht, je höher die Temperatur wird und wieder am Horizont untergeht sobald die Temperatur sinkt.

Eine Erhöhung der Fingertemperatur kommt dann zustande, wenn sich die Muskulatur um die peripheren Gefäße entspannt und dadurch mehr warmes Blut in die Peripherie fließt. Viele kennen diese vegetative Reaktion von der Handerwärmung im Autogenen Training.

Im Gegensatz zum modernen ILF-Neurofeedbacktraining, wo der Patient keine aktive Anweisung bekommt, sondern nur die Veränderungen in der Animation beobachten soll, bekommt der Patient beim Biofeedback konkrete Anweisungen in welche Richtung er das Signal verändern soll. In beiden Fällen jedoch handelt es sich um unbewusste Lernvorgänge. Während beim Biofeedback-Training eher allgemeine Zustandswechsel im vegetativen Nervensystem trainiert werden, sind die Trainingseffekte beim Neurofeedback-Training deutlich spezifischer und tiefgreifender, da mit entsprechenden Elektrodenplatzierungen spezifische neuronale Netzwerke angesprochen werden können.

Dauer der Biofeedback-Therapie

Da Biofeedback meist ein ergänzender Therapie-Baustein in einem Gesamtbehandlungskonzept ist, läßt sich schwer allgemein sagen, wie lang die Therapie dauert und wann sie beendet ist. In der Regel natürlich dann, wenn die Symptome verschwunden sind.

Im Rahmen einer Gesamtbehandlung kann es sein, dass Biofeedback ergänzend für nur 3 bis 5 Sitzungen eingesetzt wird.

Bei manchen Indikationen wie z.B. dem Vasokonstriktionstraining zur Migräne, können die Biofeedback-Sitzungen hingegen im Vordergrund der Behandlung stehen. In diesem Fall sind es i.d.R. an die 10 Sitzungen, die die Patienten brauchen, um dauerhaft zu lernen, ihre Gefäße im Schläfenbereich zu verengen und so den Migräneattacken entgegen zu wirken.

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